BKK RWE - SV-Aktuell
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Versicherung und Beiträge

Krankenversicherungspflicht

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist 2021 auf 64.350,00 € gestiegen. Das sind auf den Monat umgerechnet 5.362,50 €. Bis zu diesem Entgelt besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Versicherte mit einem höheren Einkommen können als freiwillige Mitglieder in der BKK bleiben.

Ausscheiden aus der Versicherungspflicht

Die Versicherungspflicht endet für Arbeitnehmer mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem das zu berücksichtigende Jahresarbeitsentgelt die maßgebliche JAE-Grenze überstieg, wenn auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze des Folgejahres überschritten wird.

Beiträge zur Krankenversicherung

Krankenversicherungsbeiträge sind im Jahr 2021 bis zu einem Monatsentgelt von maximal 4.837,50 € (Beitragsbemessungsgrenze) zu zahlen.

Vor einigen Jahren wurde der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 14,6 % abgesenkt. Er gilt für alle Mitglieder, die bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Fortzahlung ihres Arbeitsentgelts für mindestens sechs Wochen haben. Die Beiträge hieraus werden je zur Hälfte vom Mitglied und vom Arbeitgeber getragen.

Soweit der Finanzbedarf einer Krankenkasse durch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht gedeckt ist, hat sie einen Zusatzbeitrag zu erheben. Dieser wird prozentual von den beitragspflichtigen Einnahmen des Mitglieds erhoben und ebenfalls je zur Hälfte vom Mitglied und vom Arbeitgeber getragen.

Erhöht eine Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag, kann die Mitgliedschaft bis zum Ablauf des Monats gekündigt werden, in dem der (erhöhte) Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird. Die gesetzliche Bindungsfrist gilt in diesem Fall nicht; die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam. Wichtig dabei ist, dass während der Kündigungsfrist der erstmals erhobene oder erhöhte Zusatzbeitrag für die Beitragsberechnung maßgebend ist.

Die Höhe des Zusatzbeitragssatzes regelt jede Krankenkasse individuell in ihrer Satzung.

Beiträge zur Pflegeversicherung

Wie in der Krankenversicherung besteht auch hier die einheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 4.837,50 € monatlich. Grundsätzlich tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge jeweils zur Hälfte. Der Beitragssatz beträgt 3,05 %. Kinderlose Mitglieder haben ab Vollendung des 23. Lebensjahres einen Zuschlag von 0,25 % zu leisten, ihr Beitragsanteil beträgt also 1,775 % (3,05 : 2 + 0,25).

Keinen Beitragszuschlag zahlen kinderlose Versicherte, die das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt 2,4 %, der zur Rentenversicherung 18,6 %. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Beiträge jeweils zur Hälfte. Die Höchstgrenze zur Berechnung der Beiträge (Beitragsbemessungsgrenze) für Versicherte in Westdeutschland beträgt 2021 monatlich 7.100,00 € und in Ostdeutschland 6.700,00 €.

Minijobs und Übergangsbereich

Mini-Jobber können bis zu 450,00 € verdienen, ohne eigene Sozialversicherungsbeiträge zahlen zu müssen (Ausnahme: Rentenversicherungspflicht für geringfügig entlohnte Beschäftigungen). Ist eine Rentenversicherungspflicht nicht gewünscht, kann man sich hiervon befreien lassen.

Für Arbeitnehmer, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone ausüben (Midi-Jobber), gelten besondere Regelungen bei der Tragung der Sozialversicherungsbeiträge. Sie zahlen nur reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, ihre Arbeitgeber dafür entsprechend mehr.

Ein Beschäftigungsverhältnis im Übergangsbereich liegt vor, wenn das aus der Beschäftigung erzielte Arbeitsentgelt 450,01 € bis 1.300,00 € im Monat beträgt und die Grenze von 1.300,00 € im Monat regelmäßig nicht überschreitet.

Beiträge für freiwillig Versicherte

Als beitragspflichtige Einnahmen gelten 2021 bei freiwilligen Mitgliedern mindestens 1.096,67 € monatlich (90. Teil der monatlichen Bezugsgröße von 3.290,00 € x 30). Höchstens werden die monatlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von freiwilligen Mitgliedern aus der Beitragsbemessungsgrenze – BBG – (2021: 4.837,50 € monatlich) berechnet. Dies gilt auch dann, wenn die tatsächlichen Einnahmen darüber liegen.

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