SV-Lexikon

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Kurzarbeitergeld
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Um die Auswirkungen der Corona-Epidemie abzuschwächen, hat die Bundesregierung den Zugang zum Kurzarbeitergeld bis 31.03.2022 vorübergehend erleichtert.

Bezugsdauer

Kurzarbeitergeld wird für bis zu zwölf Monate gezahlt, wenn in Betrieben oder Betriebsabteilungen die regelmäßige betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit infolge wirtschaftlicher Ursachen oder eines unabwendbaren Ereignisses vorübergehend verkürzt wird. Für Arbeitnehmer, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.03.2021 entstanden ist, wurde die Bezugsdauer zeitlich befristet auf bis zu 24 Monate verlängert – längstens bis zum 31.03.2022.

Höhe

Das Kurzarbeitergeld beträgt für Arbeitnehmer,

  • die mindestens ein Kind im Sinne des § 32 Abs. 1, 3 bis 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG) haben, sowie für Arbeitnehmer, deren Ehegatte mindestens ein Kind im Sinne des § 32 Abs. 1, 4 und 5 des EStG hat, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, 67 % (erhöhter Leistungssatz) und
  • für die übrigen Arbeitnehmer 60 % (allgemeiner Leistungssatz)

der Nettoentgeltdifferenz im Anspruchszeitraum (Kalendermonat).

Zeitlich befristete Corona-Sonderregelung: Für Beschäftigte in Kurzarbeit mit einen Entgeltausfall von mindestens 50 % erhöht sich der reguläre Leistungssatz von 60 bzw. 67 % ab dem 4. Bezugsmonat auf 70 bzw. 77 % sowie ab dem 7. Bezugsmonat auf 80 bzw. 87 %.

Diese Regelung gilt bis zum 31.03.2022 für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.03.2021 entstanden ist. Auch Beschäftigte, die einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld erstmals nach dem 31.03.2021 erworben haben, haben in der Zeit vom 01.01.2022 bis zum 31.03.2022 Anspruch auf die erhöhten Leistungssätze.

Beiträge

Für das tatsächlich erzielte beitragspflichtige Arbeitsentgelt während des Anspruchs auf Kurzarbeitergeld (Ist-Entgelt) tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge je zur Hälfte. Für die Arbeitszeit, die durch Kurzarbeit ausfällt, gelten in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung 80 % des Unterschiedsbetrages zwischen dem Soll-Entgelt und dem Ist-Entgelt als Bemessungsgrundlage; diese Beiträge trägt der Arbeitgeber grundsätzlich allein. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind für Bezieher von Kurzarbeitergeld lediglich aus dem Ist-Entgelt zu zahlen.

Aber: Im Rahmen der coronabedingten Unterstützungsmaßnahmen werden dem Arbeitgeber für Arbeitsausfälle bis zum 31.03.2022 die von ihm während des Bezugs von Kurzarbeitergeld allein zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge von der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 50 % in pauschalierter Form erstattet. Diese hälftige Erstattung kann auf 100 % erhöht werden, wenn die Beschäftigten während der Kurzarbeit beruflich weiterqualifiziert werden.

Versicherung

In der Kranken- und Pflegeversicherung bleibt die Mitgliedschaft der Versicherungspflichtigen während des Bezugs von Kurzarbeitergeld erhalten. Ebenso besteht das renten- und arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis fort.

Siehe auch: Saison-KurzarbeitergeldSaison-Kurzarbeitergeld

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