Debeka BKK - Versichertennews
25.10.2019
Aufmerksamkeit und Reaktionszeiten nach Nachtschichten verschlechtert

Nachtarbeit verringert deutlich die Reaktionszeiten bei den betroffenen Besch√§ftigten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie √ľber die gesundheitlichen Auswirkungen von Schichtarbeit bei Besch√§ftigten im Pflegedienst. Durchgef√ľhrt hat die Studie das Institut f√ľr Pr√§vention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV), Institut der Ruhr-Universit√§t Bochum (IPA).

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten insbesondere die Auswirkungen von Nachtarbeit auf die Aufmerksamkeit mittels des "Psychomotorischen Vigilanz Test" (PVT). Die Ergebnisse k√∂nnen die Grundlage f√ľr Pr√§ventionsma√ünahmen zur Vermeidung negativer Effekte von Schichtarbeit sein.

Besch√§ftigte in Nachtarbeit, die ihren Schlafzyklus an die Arbeitszeiten anpassen m√ľssen, leiden w√§hrend der Arbeit h√§ufig unter Schl√§frigkeit. Sie sind deshalb einem erh√∂hten Risiko f√ľr Arbeits- und Wegeunf√§lle auf dem Weg nach Hause ausgesetzt. Auch die Versorgung von Patienten k√∂nnte unter der verminderten Aufmerksamkeit leiden.

Über mehrere aufeinanderfolgende Tag- bzw. Nachtschichten wurde die psychomotorische Vigilanz bei 74 weiblichen Beschäftigten im Pflegedienst eines Klinikums verglichen. Über die Ergebnisse zur Veränderung der Aufmerksamkeit in Tag- und Nachtschichten berichtet die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Behrens aus dem IPA in der aktuellen Ausgabe des Online-Journals PlosOne.

"Wir konnten nach einer Nachtschicht eine deutlich verlängerte mittlere Reaktionszeit, aber auch eine höhere Zahl von Auslassungsfehlern beobachten", erklärt Prof. Behrens. "Die Studie ist dabei eine der wenigen epidemiologischen Felduntersuchungen, die die psychomotorische Vigilanz in Tag- und Nachtschichten an denselben Personen und zu verschiedenen Zeitpunkten untersucht hat."

"F√ľr uns sind diese Ergebnisse insbesondere wichtig im Hinblick auf die Planung zuk√ľnftiger Studien", so Prof. Thomas Br√ľning, Direktor des IPA. "M√∂glicherweise kann eine individuell verbesserte Beleuchtung am Arbeitsplatz die Aufmerksamkeit steigern." In der Feldstudie wurde auch eine Reihe weiterer biologischer Parameter untersucht. Dazu geh√∂rten verschiedene Hormone, deren Ver√§nderung im Tagesverlauf jetzt in Abh√§ngigkeit von den Lichtverh√§ltnissen am Arbeitsplatz untersucht werden soll.

"Einfache Pr√§ventionsma√ünahmen zur Verbesserung der Aufmerksamkeit w√§hrend einer Nachtschicht k√∂nnten erlaubte Kurzschlafperioden, eine ausreichende Erholungszeit zwischen einzelnen Nachtschichten, k√ľrzere Nachtschichten oder ein Wechsel der Beleuchtung am Arbeitsplatz umfassen", sagt Prof. Behrens. Die Wirksamkeit solcher Ma√ünahmen muss jedoch noch wissenschaftlich untersucht werden.

Zur Pressemitteilung der DGUV

zurück