BKK Faber-Castell & Partner - SV-Lexikon
Existenzgründer

Existenzgründer müssen für ihre Krankenversicherung selbst sorgen. Dabei haben sie zunächst grundsätzlich die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung.

Grundsätzlich sind alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung in der Pflegeversicherung versicherungspflichtig. Dies gilt auch für freiwillig Versicherte. Für sie besteht jedoch die Möglichkeit, einen Befreiungsantrag innerhalb von drei Monaten zu stellen, wenn der Nachweis einer entsprechenden privaten Versicherung erbracht werden kann.

Selbstständige in bestimmten Berufsgruppen sind pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung. Alle anderen Selbstständigen können innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme ihrer Tätigkeit als Selbstständige die Versicherungspflicht beantragen. Zudem können sich Existenzgründer gegen Arbeitslosigkeit versichern, sofern die selbstständige Tätigkeit tatsächlich mindestens 15 Stunden wöchentlich ausgeübt wird. Eine Arbeitslosenversicherung auf Antrag ist jedoch nur möglich, wenn der Antragsteller innerhalb der letzten 24 Monate vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis stand oder unmittelbar davor (Unterbrechung maximal ein Monat) eine Entgeltersatzleistung nach dem SGB III (z. B. Arbeitslosengeld) bezogen hat.

Existenzgründer, die eine Selbstständigkeit anstreben, können von der Bundesagentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen einen Gründungszuschuss beziehen. Allerdings kann dieser in der Regel nur Personen gewährt werden, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Selbstständigkeit anstreben und bei Aufnahme der Selbstständigkeit noch einen Anspruch von mindestens 150 Tagen auf Arbeitslosengeld haben.

Zur Förderung der Existenzgründung stellen Bund und Länder Darlehen zur Verfügung. Diese Darlehen bieten unterschiedliche Konditionen, die den Start in die Selbstständigkeit erleichtern sollen – z. B. tilgungsfreie Anlaufzeiten, günstigere Zinsen und teilweise Freistellung von Sicherheiten.