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Informationen rund um die Gleitzone

Gleitzone

Ein Beschäftigungsverhältnis in der Gleitzone liegt vor, wenn das aus der Beschäftigung erzielte Arbeitsentgelt 450,01 Euro bis 850,00 Euro im Monat beträgt und die Grenze von 850,00 Euro im Monat regelmäßig nicht überschreitet.

Für Arbeitsentgelte innerhalb dieser Gleitzone werden in der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zunächst die beitragspflichtigen Einnahmen mit einer speziellen Formel ermittelt. Die mit der Formel ermittelten beitragspflichtigen Einnahmen liegen im unteren Gleitzonenbereich erheblich unter dem tatsächlichen Arbeitsentgelt; je näher das Arbeitsentgelt bei 850 Euro liegt, desto mehr nähert sich auch die beitragspflichtige Einnahme diesem Wert an.

Prüfen Sie mit dem OnlineCheck, ob die Beschäftigung in der Gleitzone liegt, und wie sich die Abzüge zu den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung auswirken.

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Teilmonat

Da in der Praxis "Beschäftigungen" nicht nur für "volle Kalendermonate" ausgeübt werden, können mit dem Gleitzonenrechner auch Beschäftigungen bearbeitet werden, die nur an einigen Tagen eines vollen Kalendermonats bestehen (Teilmonat).

Bei einer Berechnung für einen Teilmonat geben Sie bitte die genaue Anzahl der SV-Tage (Sozialversicherungstage) ein.

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Anzahl der SV-Tage

SV-Tage sind die Tage, an denen Beitragspflicht zu den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung besteht. Ein voller Monat ist immer mit 30 Tagen anzugeben. Bei Teilmonaten sind die tatsächlichen Kalendertage des Monats (nicht die Arbeitstage) anzugeben.

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Arbeitsentgelt (AE) der zu beurteilenden Beschäftigung

Für die zu beurteilende Beschäftigung werden vom Gleitzonenrechner Beträge zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro berücksichtigt. Geben Sie Beträge unter 450,01 Euro bzw. über 850,00 Euro für einen vollen Kalendermonat ein, geht der Gleitzonenrechner davon aus, dass es sich hierbei um keine Beschäftigung in der Gleitzone handelt. Dies gilt (anteilig) entsprechend auch für Teilmonate.

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Arbeitsentgelt aus 1. zusätzlicher Beschäftigung

Eine "erste" geringfügige Nebenbeschäftigung gilt als versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. In der Arbeitslosenversicherung ist diese Beschäftigung ebenfalls frei, da hier eine Zusammenrechnungen mit einer Hauptbeschäftigung ausgeschlossen ist.

In diesem Fall erfolgt also keine Zusammenrechnung der Arbeitsentgelte mit der ersten zu beurteilenden Beschäftigung (siehe Beispiele).

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Arbeitsentgelt aus weiteren Beschäftigungen

Für weitere Beschäftigungen, die neben der zu beurteilenden Beschäftigung (zeitgleich) verlaufen, erfolgt grundsätzlich eine Zusammenrechnung der Arbeitsentgelte mit der ersten zu beurteilenden Beschäftigung (siehe Beispiele).

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Beitragsberechnung

Für die Berechnung der Beiträge wird zunächst die beitragspflichtige Beitragsbemessungsgrundlage (im Jahr 2018) nach folgender Formel ermittelt:


1,2759625 x Arbeitsentgelt - 234,568125


Das Ergebnis wird mit dem halben Beitragssatz des jeweiligen Sozialversicherungszweigs multipliziert und dann verdoppelt. Dies ist der Gesamtbeitrag.

Der Arbeitgeberanteil wird nun aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt mit dem halben Beitragssatz ermittelt. Die Differenz bis zum Gesamtbeitrag trägt der Arbeitnehmer.

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Schwankendes Arbeitsentgelt

Bei schwankenden Arbeitsentgelten, bei denen das regelmäßige Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone liegt, jedoch in einzelnen Monaten das Arbeitsentgelt die Grenzen der Gleitzone über- oder unterschreitet, gilt: Bei Arbeitsentgelten über 850,00 Euro sind die Beiträge je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen. Wird ein Arbeitsentgelt von unter 450,01 Euro erzielt, wird ein fiktives Arbeitsentgelt (im Jahr 2018) nach folgender Formel ermittelt:


Tatsächliches Arbeitsentgelt x 0,7547 = beitragspflichtige Einnahme

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Mehrere Beschäftigungen

Werden mehrere Beschäftigungen innerhalb der Gleitzone ausgeübt und wird nach Addition der Arbeitsentgelte die Grenze von 850,00 Euro nicht überschritten, werden die Beitragsanteile nach folgender Formel berechnet:


(1,2759625 x GAE - 234,568125) x EAE
GAE

EAE = Einzelarbeitsentgelt
GAE = Gesamtarbeitsentgelt

Zusatzbeitragssatz Krankenversicherung

Krankenkassen erheben einen kassenindividuellen, einkommensabhängigen Zusatzbeitrag, wenn ihr Finanzbedarf durch die Zuweisungen des Gesundheitsfonds nicht gedeckt wird. Dieser Zusatzbeitrag ist vom Versicherten allein zu tragen.

Anstelle eines individuellen Zusatzbeitragssatzes erhebt die Krankenkasse für bestimmte Personenkreise einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Dieser liegt 2018 bei 1,0 % und gilt u.a. für Bezieher von Arbeitslosengeld II, Personen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen sowie Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Übergangsregelungen für die Zeit vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2014

Für Minijob- und Gleitzonenbeschäftigungen, die bereits vor dem 01.01.2013 bestanden haben, wurden Übergangsregelungen bis zum 31.12.2014 geschaffen.

Entgelt 2013 bis 400,00 Euro

Minijobber, die in ihrem Minijob vor dem 01.01.2013 versicherungsfrei in der Rentenversicherung waren, bleiben es auch weiterhin. Sie haben aber jederzeit die Möglichkeit, durch Beitragsaufstockung auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten.

Hat der Arbeitgeber nach dem 31.12.2012 allerdings das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt auf einen Betrag von mehr als 400,00 Euro und weniger als 450,01 Euro erhöht, gilt für die alte Beschäftigung das neue Recht. Dann tritt bei dem bisher versicherungsfreien Minijob Versicherungspflicht in der Rentenversicherung ein, es sei denn, der Beschäftigte ist Bezieher einer Vollrente wegen Alters oder Pensionär.

Der Minijobber kann sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Wurden hingegen in der Beschäftigung bereits vor dem 01.01.2013 Rentenversicherungsbeiträge aufgestockt, bleibt der Minijobber weiterhin versicherungspflichtig und kann sich nicht befreien lassen.

Entgelt 2013 über 400,00 Euro bis 450,00 Euro

Für diesen Personenkreis galt bis Ende 2012 die Gleitzonenregelung. Sie blieben daher über den 01.01.2013 hinaus versicherungspflichtig – bis längstens zum 31.12.2014. Eine Befreiungsmöglichkeit von der RV-Pflicht besteht nicht. In dieser Zeit bleibt es auch bei der alten Gleitzonenregelung und der damit verbundenen Beitragslastverteilung. Erst wenn das Arbeitsentgelt unter 400,01 Euro fällt oder – nur in der Krankenversicherung – die Voraussetzungen für eine Familienversicherung vorliegen, endet die Versicherungspflicht.

Die Betroffenen können sich allerdings gegen die Geltung der Übergangslösung entscheiden und sich von der Versicherungspflicht (mit Ausnahme der Rentenversicherung) befreien lassen.

Entgelt 2013 über 450,00 Euro bis 800,00 Euro

Für diesen Personenkreis gelten die bereits vor dem 01.01.2013 maßgebenden Bestimmungen weiter. Es besteht Versicherungspflicht in allen Zweigen und es ist die neue Gleitzonenformel anzuwenden.

Entgelt 2013 über 800,00 Euro bis 850,00 Euro

Für Arbeitnehmer, die zum 31.12.2012 mit einem monatlichen Arbeitsentgelt oberhalb von 800,00 Euro beschäftigt waren, galt die Gleitzonenregelung bis zu diesem Zeitpunkt nicht, da die Entgeltspanne bei 800,00 Euro endete.

Im Rahmen einer Übergangsregelung bleibt es bis Ende 2014 bei der Nicht-Anwendung der Gleitzonenregelung. Die Beiträge werden also wie in allen anderen Fällen aus dem erzielten Arbeitsentgelt berechnet und nach den üblichen, für versicherungspflichtige Arbeitnehmer geltenden Regelungen verteilt.

Allerdings kann der Arbeitnehmer schriftlich beantragen, dass die neue Gleitzonenformel Anwendung finden soll.

Entgelt 2013 über 850,00 Euro

Für diese Arbeitnehmer galt bereits vor dem 01.01.2013 keine Gleitzonenregelung; diese findet auch unter Berücksichtigung der neuen Grenzwerte (450,01 bis 850,00 Euro) keine Anwendung. Für die Beitragsberechnung und -tragung gelten somit die auch sonst üblichen Bestimmungen für versicherungspflichtige Arbeitnehmer.

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Beitrag RV

In den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung können unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Versicherungspflicht bzw. -freiheit sowie der Tragung der Beiträge bestehen. In Zweifelsfällen sprechen Sie bitte mit Ihrer Krankenkasse.

Beitrag AlV

In den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung können unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Versicherungspflicht bzw. -freiheit sowie der Tragung der Beiträge bestehen. In Zweifelsfällen sprechen Sie bitte mit Ihrer Krankenkasse.

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Beschäftigungsort in Sachsen

Die Beiträge zur Pflegeversicherung (2,55 Prozent) werden von den Beschäftigten und ihren Arbeitgebern in allen Bundesländern außer in Sachsen je zur Hälfte (1,275 Prozent) getragen aufgebracht. Im Bundesland Sachsen tragen die Arbeitnehmer 1,775 Prozent und die Arbeitgeber 0,775 Prozent des Beitrags. Dafür blieb den sächsischen Arbeitnehmern der Buß- und Bettag als Feiertag erhalten, der in den anderen Bundesländern zur Kompensation des Arbeitgeberanteils abgeschafft wurde.

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Kinderlos

Kinderlose Mitglieder ab Vollendung des 23. Lebensjahres haben einen PV-Zuschlag von 0,25 Beitragssatzpunkten zu zahlen. Das bedeutet: Bei den betroffenen Mitgliedern hat der Arbeitgeber PV-Beiträge von 1,525 % (Sachsen: 2,025 %) vom Entgelt abzuziehen und neben seinem unveränderten Arbeitgeberanteil der Pflegekasse zu überweisen. Mitglieder, die vor dem 1.1.1940 geboren wurden, zahlen keinen PV-Zuschlag.

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